[20.07.2010,
kn] Bereits seit 2007 boykottieren Studierende der Hamburger Hochschule für bildende Künste (HfbK) die Studiengebühren. Sie bezahlten einfach nicht und das aus Überzeugung!
Die Hochschulleitung versuchte bereits mehrfach, die fehlenden Gebühren einzutreiben. Mehrere Exmatrikulationsversuche später hat der Boykott nun seinen Höhepunkt erreicht: Die HfbK übermittelte Ende 2009 die Daten der rund 50 zahlungsunwilligen Studierenden zur Vollstreckung an die Kasse Hamburg. Die soll die Campus-Maut nun eintreiben. Wie der AStA der Kunsthochschule berichtet, veranlassten die zuständigen Landeskassen bereits vergangenen Monat die Sperrung von Bankkonten einiger Studierender. Außerdem suchten sie wiederholt Studierende in ihren Wohnungen auf, um ausstehende Studiengebühren einzutreiben oder Eigentum zu pfänden. Wie der HfbK-AStA mitteilt, sind dabei auch Studierende betroffen, deren Einkommen weit unter dem Pfändungsfreibetrag liegt. Wie im Fall des 26-jährigen ehemaligen Hamburger Kunststudenten Maximilian Wondrak, der nun in Berlin von Hartz IV lebt. Der AStA zitier Wondrak in einer Mitteilung: „Ich bekomme inzwischen fast täglich Besuch von Beamten des Finanzamtes Berlin, die hier als verlängerter Arm der Kasse Hamburg tätig werden. Seit letztem Freitag ist mein Konto gesperrt, obwohl ich doch ohnenhin nichts habe. Ich weiß nicht wovon ich jetzt leben soll.“ Dennoch denkt der Student nicht ans Aufgeben: „Gleichzeitig will ich mich auch prinzipiell diesem Druck nicht beugen. Ein Hochschul-Studium ist für die Studierenden sehr kostenintensiv, viele sind danach verschuldet und nicht nur für Künstler sind die Jobaussichten schlecht. Studiengebühren verschärfen das noch. Ich denke aber, es ist wichtig, dass Bildung für jeden zugänglich bleibt, unabhängig vom Einkommen der Eltern“, begründet Wondrak seine Position.
Die einzige Möglichkeit, die den Boykotteuren bleibt, ist den Offenbarungseid, also eine eidesstattliche Versicherung abzugeben, dass kein verwertbares Vermögen vorhanden ist. Laut AStA wollen sich jedoch weiterhin zahlreiche Studierende weigern zu bezahlen. HfbK-Studentin Pauline Fall sagte dem AStA: „Studiengebühren sind grundsätzlich falsch und ich denke nicht daran, diese ungerechte Politik zu unterstützen. Ich werde mich mit allen Mitteln dagegen wehren. Und damit stehe ich nicht alleine!“